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Aktuelles

Nutria-Familie in einem Garten nahe dem Schleemer Bach in Rahlstedt-Ost

11.12.2025

SPD-Rahlstedt erreicht eine stärkere Bejagung von schädlichen Nutrias (Biberratten) in ganz Hamburg

Die Rahlstedter SPD hat sich auf Landesebene erfolgreich dafür stark gemacht, dass die, für das heimische Ökosystem sehr schädlichen Nutrias, nun in ganz Hamburg stärker bejagt werden können. Nachdem die Rahlstedter SPD einen parteiinternen Antrag gestellt hatte, haben sich die SPD Bürgerschaftsabgeordneten Astrid Hennies und Ole Thorben Buschhüter auf Landesebene in Gesprächen mit der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) für eine Anpassung der entsprechenden Verordnung eingesetzt. Diese wurde nun angepasst.

Oliver Schweim, Co-Distriktsvorsitzender der Rahlstedter SPD dazu: „Nutrias sind sogenannte invasive Arten, die unser Ökosystem schädigen. Wir sind aufgrund einer EU-Verordnung verpflichtet diese zu bekämpfen. Nutrias leben in Gewässern, höhlen den Ufersaum aus und fressen alles kahl. Heimische Tierarten verlieren dadurch ihren Lebensraum. Es ist daher gut und konsequent, dass die BUKEA nun die Verordnung angepasst und die Bejagung erleichtert hat.“

Sollten Ihnen diese Tiere irgendwo in Rahlstedt begegnen, wenden Sie sich dazu gerne mit einer E-Mail an die BUKEA unter invasive-arten@bukea.hamburg.de und nehmen Sie die Rahlstedter SPD dabei in CC: info@spd-rahlstedt.de. Sie können Oliver Schweim dazu gerne unter 040/2199 2504 anrufen.

Die BUKEA hat nun das Fallenprogramm zur Bejagung der Nutria auch auf die Jagdkreise I (Bezirke Altona und Eimsbüttel) und II (Bezirke Hamburg-Nord und Wandsbek) ausgedehnt. Wie in Bergedorf und Harburg bereits gängige Praxis, können Revierinhaber über die jeweiligen Jägermeister Fallen und Fallenmelder anmelden, die von der Umweltbehörde gestellt werden. Es können zusätzliche Jagdaufseher benannt und auch nur für die Jagd auf Nutria angestellt werden. Es entfällt die Gebühr für den Eintrag der Wildart Nutria in die von der Waffenbehörde ausgegebene Schießerlaubnis für die Stadtjäger.

Die Aufwandsentschädigung für nachweislich erlegte Nutria wird stadtweit zum 1. Dezember 2025 von 7 auf 14 Euro verdoppelt. 

Nutrias (Myocastor coypus) stammen ursprünglich aus Südamerika. Sie werden oft auch Biberratte genannt.  Sie kommen vom südlichen Brasilien bis nach Feuerland vor und standen im 19. Jahrhundert kurz vor der Ausrottung. Grundsätzlich leben die Tiere sehr standorttreu und verteidigen engagiert ihr Revier. Sie wurden früher in Pelztierfarmen gehalten und sind von dort in Deutschland in die Umwelt gelangt. In unserem Ökosystem haben Nutrias kaum natürliche Feinde und zeichnen sich durch eine hohe Reproduktionsrate aus.

Nutrias sind Pflanzenfresser und ernähren sich maßgeblich von Pflanzen an Gewässern. Sie durchwühlen die Uferbereiche, schädigen Deiche und richten Schäden in der Landwirtschaft an. Schilfgürtel werden so zerstört und Wasserpflanzen verschwinden. Der Verlust dieser Vegetationszonen führt dazu, dass Lebensräume für viele wichtige heimische Arten vernichtet werden. 

Alexandra Fragopoulos, Co-Distriktsvorsitzende der Rahlstedter SPD: „Wir konnten Nutrias an vielen Stellen in Rahlstedt beobachten. Sie breiten sich inzwischen massiv aus. Aus einem Pärchen können sich innerhalb eines Jahres 130 Nachkommen entwickeln. Ein Pärchen hat jeweils 6-8 Junge bei 3 Würfen im Jahr. Die Jungen sind bereits nach 5 Monaten geschlechtsreif. Wenn nicht dauerhaft etwas getan wird, wird alles massiv zerstört.“

Nutrias unterliegen der EU-Verordnung Nr. 1143/2014. Ziel der Verordnung ist der Erhalt der Biodiversität (vgl. Bundesamt für Naturschutz: https://www.bfn.de/invasive-arten-europa). Die übergeordnete Eindämmung von Nutrias ist daher essentiell, um sicherzustellen, dass wichtige Naturräume mit einer großen Anzahl verschiedener Wasserpflanzen erhalten bleiben (vgl https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten/naturteich-anlegen). Die Mitgliedsstaaten sind daher verpflichtet, diese Arten intensiv zu bejagen und damit zu dezimieren.